Uganda: Margherita Peak

Durchs Ruwenzori Gebirge zum höchsten Gipfel Ugandas

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Ausgangsort: Kasese, erreichbar mit Bus von Kampala (25€ ca. 12h)

Umfang: 5 Tage

Technischer Anspruch: Bergwandern, Klettern, Gletscherbegehung

Notwendiges Equipment: Festes Schuhwerk, Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Helm und warmer Schlafsack (kann auch alles vom Anbieter geliehen werden)

Übernachtung: In diversen unbeheizten Hütten.

Kosten: Abhängig von den verschiedenen Anbietern, Gruppengröße und Tourentagen. Man sollte mit ca. 1000€ pro Person für das Rundum-sorglos-Paket rechnen.

Routenbeschreibung: Nyakalangija (1615 m) → Nyabitaba-Hütte (2650 m, ca. 4h, 1035 hm)  → John-Matte-Hütte (3480 m, ca. 5h, 830 hm) → Elena-Hütte (4550 m, ca. 7h, 1070 hm) → Margherita Peak (5109 m, ca 4h, 559 hm) → zurück gleicher Weg wie hoch (ca. 2 Tage)

Tag 1:

Mein erster Eindruck vom afrikanischen Festland ist unglaublich. Die Turbulenzen vom Flugzeug haben mich gerade erst wachgerüttelt und schlaftrunken wandert mein Blick Richtung Fenster. Durch die Wolkenfront wird ein riesiger schwarzer Fleck sichtbar, der vom Mondschein beleuchtet, die Sterne reflektiert – der Viktoriasee Ostafrikas! Neben mir schlummert die Eule noch tief und fest und träumt bestimmt von den schneebedeckten Gipfeln des Ruwenzori-Gebirges.

Es ist kurz vor Weihnachten. Noch ein paar Stunden zuvor verabschiedete ich mich am Frankfurter Flughafen mit Tränen in den Augen von der Liebe meines Lebens. Die Eule und ich sind auf eine 5-Monatstour nach Ostafrika aufgebrochen, um dort die höchsten Gipfel des Kontinents zu besteigen, und in meinem Fall noch ein Praktikum in Kenia zu absolvieren.  Insgesamt sind es zwar nur 5 Monate und ich würde zu ihr zurückkehren, dennoch sind unsere Sorgen berechtigt. Sie kennt mich…und noch schlimmer, sie kennt die Eule. Es ist klar, dass es auf dieser Reise mindestens ein dickes fettes, blaues Auge geben wird.

Das Aufsetzen des Flugzeugs auf der Landebahn katapultiert mich direkt aus den Gedanken in die Realität zurück: Wir sind in Afrika angekommen, am Flughafen Entebbe in Uganda, um genau zu sein. Neben mir pennt die Eule immer noch wie ein Stein. Mit einem geschickten Karateschlag in seinen Nacken ist die Sache getan. Uns erwartet noch ein langer Weg.

Unser erstes Ziel ist der 5109m hohe Margherita Peak (auch Mount Stanley genannt). Das dazugehörige Ruwenzori-Gebirge liegt direkt an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und geht auf deren Seite in den Virunga Nationalpark über, der berühmt ist für seine Berggorillas. Das Gebirge gehört zu den drei einzigen in Afrika, die eine Vergletscherung aufweisen. Somit ist der Mount Stanley einer der technisch schwierigeren Berge des Kontinents. Der Ausgangspunkt Kasese liegt am anderen Ende von Uganda.

Unsere schweren Rucksäcke, beladen mit Proviant, Steigeisen und Eispickeln, sind auch unversehrt am kleinen Flughafen angekommen.

Es ist schon spät in der Nacht und wir entscheiden uns dafür, in einem einfachen Guest House zu nächtigen, bevor wir früh morgens mit dem Bus nach Kasese aufbrechen.

Tag 2:

Der Busbahnhof ist ein großer, staubiger Platz voller wuseliger Menschen, die durch die Gegend schreien. Feste Parkplätze oder Abfahrtszeiten sind nicht existent. Die Busse stehen einfach kreuz und quer auf dem Platz und wir müssen uns durch Menschenmengen kämpfen, um zur Halle mit den Schaltern zu gelangen. Kauft euch auf keinen Fall ein Ticket von einem der vielen Mittelsmänner, die euch das Ohr abkauen. Einfach gekonnt ignorieren oder freundlich abwimmeln. Geht direkt zu den Schaltern in der großen Halle und kauft euch auch nur dort das Ticket!

Bei uns geht jetzt das große Warten los, denn keiner weiß, wann der Bus abfährt. Das einzige Erfreuliche an der Wartezeit sind die vielen Möglichkeiten zum Schlemmen.. Gegen Mittag rollt der Bus endlich los und ab geht der 12-stündige Höllenritt. Während unserer Fahrt schauen wir aus dem Fenster und bewundern die extremen Kontraste Ugandas. Unfassbar fruchtbarer Boden und ausgiebiger Niederschlag lassen die Landschaften in einem üppigen Grün erstrahlen, während Städte und Dörfer im Qualm des brennenden Mülls ersticken. Je näher wir dem Westen des Landes kommen, desto hügeliger wird es und allmählich zeichnet sich das gewaltige Gebirge am Horizont ab. Wir sind froh gegen Mitternacht in Kasese anzukommen und uns endlich den Staub der Fahrt vom Körper waschen zu können. Die Stadt an sich ist unspektakulär und dient eher als Transfer-Stadt für Touristen, die in den nahegelegenen Queen Elizabeth Park zur Safari oder ins Ruwenzori zum Schimpansen beobachten aufbrechen. Richtige Alpinisten treffen wir auf jeden Fall keine, lediglich ein paar Wanderer.

Tag 3:

Am nächsten Morgen empfängt uns unser Bergführer, der uns über den Ablauf und Routenverlauf der Tour aufklärt. All unsere Bemühung, ein Permit ohne offiziellen Guide und Veranstalter zu bekommen, sind vergebens. Wir wollten diesen Berg auf eigene Faust erklimmen, doch das Tourismusministerium hat uns dies verboten. Ostafrika lebt vom Tourismus – besonders der Bergtourismus bietet vielen Menschen ein Einkommen. Ob jedoch jede Wandergruppe eine Entourage von 2 Guides, 6 Portern und einem Koch braucht, ist fragwürdig. Selbst nach langwieriger Diskussion darüber, dass wir unsere eigene Ausrüstung schleppen, eigenen Proviant dabei haben, selbst kochen und nur einen Guide benötigen, will der Veranstalter nicht lockerlassen. Das Permit wird nur in genau diesem Paket ausgestellt. Also stimmen wir schweren Herzens zu.

Von Kasese aus geht es dann mit einem 4×4 Drive tiefer in das Gebirge rein, bis wir nach ca. einer Stunde das Bergdorf von Nyakalangija (1.615m) erreichen. Hier bekommen wir ein letztes Briefing über die bevorstehende Tour und lernen unsere Porter kennen. Wie gesagt, besonders erfreut über die riesige Gang sind wir nicht, doch die sechs machen einen netten Eindruck. Wir checken noch einmal unser Equipment und brechen auf. Nachdem die Porter fortwährend darauf bestanden meinen 20kg Rucksack zu schleppen, beuge ich mich letztendlich ihrem Druck. Die Eule bleibt allerdings weiterhin stur. Erst nach zwei Tagen, als unsere Guides ihn darauf aufmerksam machten, dass dies sehr respektlos sei und die Porter sich von der Eule beleidigt fühlten, gibt der Gute endlich seinen Packsack ab.

Das Ruwenzori-Gebirge weist durch seine einzigartige Lage am Äquator und seine extrem hohe Niederschlagsrate eine außergewöhnliche Vielfalt an Flora und Fauna auf. Aufgrund dessen ist es zurecht ein UNESCO Weltnaturerbe. Insgesamt bieten fünf verschiedene Vegetationszonen Schutz für Tiere wie Schimpansen, Bergelefanten, Leoparden, Büffel und sogar Berggorillas. Die Vegetationszonen teilen sich dabei wie folgt auf:

 

  • das Grünland (1.000 bis 2.000 Meter),
  • der Bergwald (2.000 bis 3.000 Meter),
  • die Bambuszone (2.500 bis 3.500 Meter),
  • die Heidekrautzone (3.000 bis 4.000 Meter) und
  • die afro-alpine Moorzone (4.000 bis 4.500 Meter).

 

Unsere erste Etappe führt uns, an den Tabak- und Kaffeeplantagen der Bergbauern vorbei. Weiter führt der Pfad bis zu einer Flussquerung, nach der wir auf dichten Regenwald stoßen. Der Weg wird immer schmaler und der schlammige Boden der verschlungenen Urwaldpfade ist ungewohntes Terrain für uns. Trotz feuchtem Boden strahlt die Sonne vereinzelt durch den Busch und wir hören nicht auf zu staunen. Alles wirkt wie von einem anderen Planeten und uns fällt sofort auf, dass alles größer ist als bei uns in Europa. Die Felsen am Flussufer haben gigantische Proportionen, die Fahnen und Lianen haben die Größe von Werbeplakaten und das Elefantengras wächst sogar mir über den Kopf hinaus. Die Geräuschkulisse des rauschenden Flusses und der zirpenden Insekten ist gleichzeitig ohrenbetäubend und beruhigend meditativ. So eine brachial präsente und imponierende Natur habe ich noch nie erlebt. Alleine der Gedanke daran, dass sich wilde Tiere wie Elefanten und Leoparden hinter dieser Pflanzenfront tummeln, lässt mich erschaudern. Nach etwa vier Stunden verwandelt sich der üppige Regenwald so langsam in lichten Bergwald und wir erklimmen einen steilen Kamm bis zur 2650m hohe Nyabitaba-Hütte. Von deren Position aus können wir einen hervorragenden Blick auf die umliegenden Portal Peaks erhaschen.

Die Hütte an sich ist für unsere Verhältnisse luxuriös eingerichtet. Ich bin es gewöhnt im stickigen, engen Zelt neben Zieges Käsefüßen und Eules Schlafepilepsie zu pennen. Dagegen ist die hölzerne Hütte mit freier Bettwahl und Esstisch ein 5-Sterne Hotel. Wir verbringen den Nachmittag damit, in der Sonne zu fläzen, während unsere Porter nach und nach in der Hütte eintreffen. Einer von ihnen trägt zu unserem Erstaunen eine Ziege auf dem Rücken. Die Männer erklären uns, dass sie keine Möglichkeit haben Fleisch zu konservieren. Deswegen schleppen sie ein lebendiges Tier mit sich und schlachten es auf dem Berg, um wohl gestärkt für die Tage vorbereitet zu sein. Wie gut, dass wir unseren eigenen Luxus Proviant dabeihaben. Genug Linsen für eine Woche und Eules selbstgemachtes räudiges Beef Jerky, welches er seit drei Tagen durch die Hitze Afrikas schleppt. Was für eine ausgewogene Ernährung uns da erwartet… bah, räudig! Schon beim Öffnen des Beef Jerkys strömt mir ein seltsamer Geruch in die Nase. So ganz koscher riecht das Ganze nicht, doch die Eule versichert mir, dass er sich strikt an das Rezept gehalten hat.

Richtig zubereitet ist Beef Jerky ein genialer Energie- und Proteinlieferant auf langen Bergtouren. Dünne Fleischstückchen werden mariniert und mehrere Stunden im Ofen gegart bis der letzte Rest Feuchtigkeit vaporisiert ist. Auf diese Weise ist das Fleisch mehrere Wochen haltbar. Nachteil ist, dass das Fleisch dann eher einem Stück Pappe ähnelt als einem saftigen Steak.

Obwohl sein Beef Jerky etwas stinkt, greife ich beherzt zu. Die Eule isst nur ein paar der dünneren Streifen, während ich mir die dicken Stückchen reinschaufel und leider zu spät bemerke, dass die noch etwas weich in der Mitte sind. Henning grinst mich nur an: “Geil oder? Hab die extra etwas saftig in der Mitte gelassen.” Allerdings ohne dabei durchdacht zu haben, dass es die Haltbarkeit des Fleisches beeinträchtigt und er die räudige Tüte tagelang durch die Sonne schleppen wird – aktuell 3 Tage!!!! “Oh, dann sollten wir das lieber nicht essen” erwidert er auf meinen Einwand hin. Hoffentlich ist es nicht zu spät für mich.

Es ist der 24. Dezember und die Eule und ich erleuchten unsere Hütte mit Kerzenlicht. Dabei genießen wir den durchs Fenster scheinenden Sternenhimmel, während wir unsere räudigen, versalzenen Linsen à la Eule essen. Trotz des beschissenen Essens ist dieses Weihnachten 100x geiler als die heuchlerische Stimmung beim alljährlichen Familienessen. Dafür liebe ich den Mann.

Tag 4:

Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr brechen wir nach einem kurzen Müsli-Frühstück auf. Uns führt es weiter durch Bergwald bis wir zum Mbuku Fluss absteigen und diesen mittels einer Hängebrücke überqueren. Der Weg führt uns stetig aufwärts – weiterhin durch dicht bewachsene Trampelpfade, auf denen uns rutschige Steine und glitschige Wurzeln den Aufstieg erschweren. Ich komme mir dabei eher vor wie auf einer Dschungel-Expedition als auf einer Bergtour. Genau dieser krasse Kontrast macht diesen Fleck Erde so spektakulär. Noch vom guten Wetter begleitet, erreichen wir nach ca. zwei Stunden die dritte Vegetationszone: Den Bambuswald. Dramatisch wechselt das Bild vom tropischen Regenwald zu Ostasiatischem Nebelwald Flair – was für ein magisches Gebirge! . Nach weiteren vier Stunden erreichen wir unser Tagesziel – die John-Matte-Hütte auf 3480m.

Bisher läuft alles noch erschreckend gut, viel zu gut, um wahr zu sein. Irgendetwas stimmt hier nicht. Wir haben uns auf eine anstrengende und räudige Tour in einem regenreichen Gebiet, bekannt für seine gefürchtete Moorlandschaft, gefreut. Doch bisher strahlt die Sonne und von einem Moor, in dem regelmäßig Leute stecken bleiben, ist nichts zu sehen. Liegt es daran, dass wir diesmal den offiziellen Weg mit Veranstalter gehen oder was machen wir diesmal falsch bzw. richtig? Doch ehe wir eine Antwort auf diese Frage finden, bahnt sich die Katastrophe schon an. Sie macht sich allerdings nicht in Form von einem Gewitter oder einer Moorlandschaft bemerkbar, sondern aus einer Kombination aus beidem! Und das ausgerechnet in meiner Hose! Eules Beef Jerky war wohl doch schlecht. Und wie vergammelt die räudige Scheiße war! Ich liege gerade abends in der Hütte, während es aus allen Löchern rausgesprudelt kommt.. Auf der Treppe der Veranda breche ich zusammen, bevor ich die Linsen vom Abendessen im Strahl erbreche und mich nebenbei ganz subtil einscheiße! Die ganze Mannschaft schaut sich dieses erbärmliche Spektakel an, während ich mich in der Embryonalposition vor Bauchkrämpfen zusammenkauer. Ich kotze noch das letzte bisschen Gallensaft aus, bevor ich auf allen vieren Richtung Plumpsklo krieche.

Ich hatte mir eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und das auf 3480 m Höhe. Die Nacht schlafe ich kaum und verbringe sie eher auf der Toilette als im Bett. Die Kombination aus Erbrechen und Durchfall haben meinen Körper komplett dehydriert und ich fühle mich echt erbärmlich. Dennoch beschließe ich weiterzumachen. Am nächsten Morgen bekomme ich kaum einen Happen runter bevor wir aufbrechen und bin ziemlich im Eimer. Wasser gibt es im Ruwenzori genug und ich versuche vergebens meinen Körper zu hydrieren, damit die Besteigung Erfolg hat.

Tag 5:

Unsere vierte Tagesetappe ist die steilste, aber auch schönste der kompletten Tour. . Manche Felsklippen sind so steil, dass sie nur mit einer fest installierten Leiter zu überwinden sind. Von hieraus können wir nun das komplette Tal und die zurückgelegte Strecke der Moorlandschaft sehen, während sich vor uns so allmählich die alpine Zone auftut. Der Weg bis dahin ist aber noch eine rutschige Angelegenheit. Es regnet immer noch und der Weg ist bedingt sumpfig, aber dafür sehr matschig und steil.  Trotz des kontinuierlichen Trinkens tut sich mein Körper schwer den Energie- und Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten. Ich befinde mich in einem regelrechten Trancezustand und taumel mit zittrigen Beinen voran. Von der genialen Aussicht bekomme ich nur wenig mit. Die letzte Stunde Kraxlerei über felsiges Gelände war eine einzige Stolperpartie für mich. Meine Konzentration ist nicht mehr vorhanden und die dünne Höhenluft in Kombination mit der Kälte machen mir ordentlich zu schaffen. Endlich! Nach fünf Stunden erreichen wir ein felsiges Plateau in der alpinen Zone, knapp unterhalb des Gletschers, an dem sich auch unser Tagesziel befindet: die Elena-Hütte auf 4550m Höhe.

Tag 6:

Die Hütte besteht aus einfachem Wellblech und ist mit Matratzen ausgestattet. Dennoch zieht es durch jede Ritze und auf dieser Höhe fällt die Temperatur drastisch ab. Am nächsten Morgen soll es um vier Uhr zum Gipfelsturm losgehen und unser Guide fragt mich noch ein letztes Mal, ob ich das wirklich durchziehen will. Ihm ist die letzten paar Tage schon aufgefallen, in was für einer schlechten Verfassung ich mich befinde und er macht mir klar, dass die letzte Etappe volle Konzentration verlangt. Es geht über den Elena-Gletscher und verschiedene Kletterstellen bis zur Schwierigkeit ||+ sind zu bewältigen. Der Eule geht es weiterhin prächtig und er springt draußen vor der Hütte rum, während ich mal wieder den Tag in der Hütte verschlafe. In der Nacht geht es mir schrecklich. Ich fühle mich als würde ich verdursten. Ich trinke  Unmengen an Wasser, aber der geringe Sauerstoff in dieser Höhenlage, gepaart mit meiner vorangegangenen Lebensmittelvergiftung haben meinen Körper komplett entkräftet. Mir ist trotz der guten Ausrüstung arschkalt und mein Körper schafft es nicht genügend Energie aufzubringen, um mich warm zu halten. Mein Kopf fühlt sich so an, als würde man mit einem Presslufthammer draufhämmern und ich habe Schwierigkeiten, dabei Luft zu bekommen. Ich habe wirklich meine letzte Energie aufgebracht, um hierher zu kommen, doch jetzt ist es endgültig vorbei. In dieser Verfassung schaffe ich es nicht, den Gletscher zu überwinden, geschweige denn eine Felskletterei zu bewältigen. Um vier Uhr morgen ist es dann entschieden. Ich breche ab, zu hoch ist das gesundheitliche Risiko . Die Emotionen gehen mit mir durch. Wir haben so viel auf uns genommen, um hier zu sein und jetzt kann ich einfach nicht mehr. Ich bin wütend, traurig, entkräftet, gleichzeitig aber auch glücklich, dass es für mich vorbei ist. Während meines Abstiegs rast die Eule über den Elena-Gletscher, klettert die Felswände hoch und besteigt letztendlich den dritthöchsten Gipfel Afrikas bevor er mich auf meinem Weg nach Unten noch einholt. Diese Demütigung kann ich mir noch ein Leben lang anhören. Was eine Reise! Und sie ist noch lange nicht vorbei.

Fortsetzung folgt…

Waschi